Vertrieb 5.0 – brauchen wir mehr Bullshitting?

Martina Bloch am 29. März 2017 um 13:33 Uhr, 2 Kommentare
Das geheime Geheimwissen zu allen Vertriebsfragen

Ganz geheimes Wissen nur für Dich!

Sei doch nicht so streng″, sagt meine Freundin, als ich mich über eine Werbung zu „Das geheime Facebookwissen “ mokiere.

Ich frage mich, bin ich wirklich zu streng, wenn mich Wortschöpfungen und Beschreibungen in Artikeln und Werbeeinblendungen einfach nur noch schaudern lassen ?
Brauchen wir heute, um mehr, oder überhaupt etwas zu verkaufen, mehr Bullshitting?
Liest keiner mehr einen Artikel in dem nicht Wörter wie Geheimnis, Zauberfragen, 95 % Gewinn, ultimatives Geheimrezept, und was deren Worte noch mehr sind, enthalten sind?

Reichen einfache, klare und eindeutige Worte heute für erfolgreichen Vertrieb nicht mehr aus?

Brauchen wir als Kunden die Vernebelung durch Verniedlichung, durch Romantisierung, durch Aufwertung, um uns beim Kauf besser zu fühlen?
Wollen wir betrogen werden?
Reicht es nicht mehr, wenn ein Produkt, eine Dienstleistung, einfach nur gut ist?

Stoßen nur mir diese Phänomene auf? Finde nur ich sie albern, unnötig, mich als Käufer nicht ernst nehmend?
Erinnert nur mich dieses Vorgehen an das Märchen Des Kaisers neue Kleider?″
Oder ist das eine Masche, die Verkäufer nutzen, weil sie glauben, oder auch wissen, dass sie wirkt?

Jede Menge Fragen heute, ich weiß.

Ihre Antworten interessieren mich brennend!

  1. 2 Kommentare zu “Vertrieb 5.0 – brauchen wir mehr Bullshitting?”

  2. Silke Bicker sagt:

    Hallo Martina,

    doch, mich nervt das gewaltig. Gerade heute Vormittag kriegte ich das große Schütteln. Da bot jemand ein Marketing-Webinar für den ganz großen SUPERGAU bei Facebook an. Supergau steht einzigartig und allein für den schwerstmöglichen Atomunfall. Mit Facebook, Katzenschiete oder ähnlich harmlosem Gedöns bringe ich dieses Wort nicht zusammen und will es nicht.

    Ich liebe klare Sprache und die braucht selten (nie?) ganz geheime Rezepte, um von Menschen unberührte Natur im Tourismuswinkel zu entdecken. Frage mich jedes Mal, wer wohl auf so einen Schmarrn hereinfällt. Und ob es den Werbetextern nicht selbst zu dusslig ist. Wobei die in der Regel das texten, was ihr Kunde will. Vielleicht steckt da das eigentliche Problem.

    Herzlichst
    Silke

  3. Lisa Ringen sagt:

    Hallo Martina,

    das sehe ich wie Sie. Am nervigsten finde ich, wenn man per Newsletter (quasi jeden Tag) zu einem Webinar eingeladen wird, bei dem man dann die hohe Kunst der Marketing-Automatisierung erfahren soll…ugh. Ja, und ich denke das wirklich Schlimme ist, dass es mittlerweile als mutig gilt, werblich einen anderen Weg zu gehen bzw. einfach mal ehrlich und menschlich zu sein. Ich kenne Unternehmen, die beim Recruiting auf Messen partout Begriffe vermeiden, die Klarheit ob der Jobperspektiven schaffen würden. Also eher wird verbal herumgeeiert, als einfach mal eine klare, ehrliche Antwort zu geben. Danke jedenfalls für Ihren Beitrag, ich bin ganz bei Ihnen.

    Schönen Gruß

    Lisa

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