Ehrlich verkaufen? Lügen Sie sich bitte nicht in die eigene Tasche!

Martina Bloch am 9. Januar 2015 um 11:25 Uhr

 Angelika Eder  ruft zur Blogparade: Ehrlich verkaufen auf,
und ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht.

Ehrlich verkaufen.

Der Titel überrascht.
In der Regel wird mit dem Verb verkaufen das Adjektiv erfolgreich verbunden, nicht das Adjektiv ehrlich.

Was erfolgreiches verkaufen ist, wissen wir.

Was kann wohl ehrlich verkaufen bedeuten?

Beleuchten wir die einzelnen Facetten:

Worauf bezieht sich das ehrlich?

  1. Auf den Verkäufer?
  2. Auf das Produkt?
  3. Auf den Verkausprozeß?
  4. Auf den Kunden?

1) Auf den Verkäufer

a) ist der Verkäufer ehrlich?
b) hat er ehrliche Absichten?

 a) Er ist ehrlich bedeutet:

  1. Er lügt nicht
  2. Seine Aussagen entsprechen der Wahrheit

b) Er hat ehrliche Absichten bedeutet

1. Er hat die ehrliche Absicht, sich und seiner Firma mit dem Verkauf etwas Gutes zu tun.
2. Er hat die ehrliche Absicht, mit dem Verkauf dem Kunden etwas Gutes zu tun.

Seien wir jetzt ehrlich:

Ersteres ist die Regel, letzteres ist manchmal das, zugegebener Maßen, erfreuliche Zusatzergebnis.

Sie glauben, dass das nicht gut ist?

Dann fragen Sie sich doch:
Wollen Sie selbst einen Verkäufer als Mitarbeiter haben, dem das Wohl des Kunden wichtiger ist als das Wohl seines Arbeitgebers?

Na?

Lügen wir uns lieber nicht selbst in die Tasche.

 

2.) Auf das Produkt

Das Produkt ist ehrlich.

Es leistet, was ihm zugeschrieben wird, erfüllt also die angepriesenen Qualitätskriterien.
Ob es die in es gesetzten Erwartungen erfüllt bleibt offen.

In der Regel erwarten wir von einem Produkt viel mehr als nur die ihm zugeschriebenen Qualitäten, befrachten den Kauf mit Emotionen, die vom Verkäufer in der Regel nicht ermittelt und von uns als Kunde nicht wirklich ausgesprochen werden.

Jedoch nur wenn wir unsere Erwartungen komplett und ehrlich analysieren, können wir das kaufen, was uns am meisten weiterhilft.

 

3.) Auf den Verkaufsprozeß

Der Verkaufsprozess ist ehrlich.

Das bedeutet, von Anfang an wird mit offenen Karten gespielt.

Verkäufer und Kunde halten keine Informationen zurück.
Der Verkäufer legt auch die Schwächen seines Produktes offen, der Kunde legt offen, falls er nur ein Vergleichsangebot einholen muss, sich jedoch schon längst für die Konkurrenz entschieden hat.

Handeln Sie als Verkäufer oder als Kunde so? Immer?

Oder lügen Sie sich da ein wenig in die eigene Tasche und dehnen die Wahrheit, wie sie gerade am besten passt?

4) Auf den Kunden

Der Kunde ist ehrlich

 Er hält keine Informationen zurück, ist wirklich am Produkt interessiert, legt alle Erwartungen, auch die normalerweise nur insgeheim vorhandenen offen, hat dazu das passende Budget und will ein Produkt, wie wir es anbieten wirklich kaufen.

Nur ob am Ende von uns, ist noch offen.

Dies ist der verkäuferische Idealfall, bietet er doch alle Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss.

Und wie oft erleben wir als Verkäufer diese Situation?

Wie oft sind wir selbst als Kunde so ehrlich?

 

Zum Schluss

Solange wir nicht wissen, was im Verkaufsprozess mit ehrlich wirklich gemeint ist,
solange wir selbst nicht durch und durch ehrlich agieren, lügen wir uns mit dem Begriff ein wenig in die eigene Tasche, stellen uns als Gutmenschen dar und sind es am Ende nicht wirklich.

Das meine ich ganz ehrlich!

 

 

 

Als Blogger muss man sich über Spam freuen!

Martina Bloch am 29. März 2011 um 11:30 Uhr

Folgendes ist geschehen.

Mitte letzter Woche erhielt ich die E-Mail einer Media Agentur, die mir was über eine Guerilla Aktion in HH erzählte, die sie durchgeführt haben.

Für mich jetzt nicht so interessant, hatte ich die Auflösung doch schon in der Zeitung gelesen, ausserdem ist Werbung ja nicht mein Metier.

Interessiert fragte ich nur nach, wann ich denn wohl ihren Newsletter bestellt hätte.

Als Antwort kam, dass sie meine E-Mail Adresse von einem Anbieter in Frankfurt hätten, in dessen E-Mail -Adressmaterial sie nach Blogs und Marketing gesucht hatten.

Hm.

Also habe ich in Frankfurt angerufen und gefragt, wo und wann ich denn wohl ein double opt-in für die Weitergabe meiner E-Mail Adresse durchgeführt habe.

(Vielleicht habe ich es ja nur vergessen, die Möglichkeit wollte ich jetzt mal nicht ausschliessen).

Antwort: Ich kann sie in unserer Datenbank gerade gar nicht finden, wir beziehen aber auch E-Mail Adressen von Drittanbietern. Ich kläre das und informiere sie.

(Das Gespräch war am vergangenen Donnerstag, für Freitag wurde mir Klärung zugesagt) Natürlich lag Freitag auch ein entsprechendes Fax vor.

Leider nicht.

Neuer Versuch von mir ins Gespräch zu kommen dann am Montag via Xingnachricht – keine Reaktion.

Neuer Versuch von mir heute per Telefon: Die Dame an der Zentrale meinte, ja, ja, der Vorgang sei in Arbeit, ich würde von ihnen hören. Auf meine Frage wann denn, hieß es:

Vielen Dank für Ihren Anruf, ich kann Ihnen dazu keine Antwort geben, wir melden uns.

Klasse! Eher unbefriedigend. Und ich will es wissen.

Also nochmal Xing bemüht, einen der Potzöberen eine Nachricht geschickt.

Und die, sowie seine Antwort und meine Antwort darauf zitiere ich jetzt:

Guten Tag Herr 2. Ansprechpartner,

seit vergangener Woche versuche ich von der E-Mail-Verkaufs GmbH eine Antwort
darauf zu bekommen, wie sie dazu kommt, meine E-Mail Adresse zu
verkaufen.
Herr 1. Ansprechpartner hatte mir eine Klärung bis vergangenen Freitag zugesagt,
das hat aber nicht geklappt und jetzt meldet er sich gar nicht mehr.
Ihre Dame an der Zentrale versucht mich höflich penetrant
abzuwimmeln.
Ich möchte und werden den Fall aber nicht auf sich beruhen lassen.
Vielleicht können Sie das Ganze ja beschleunigen.
Danke und viele Grüße
Martina Bloch

Guten Tag Frau Bloch,

wir beziehen manche Adressen von einem Partner,
dieser wurde von uns damit beauftragt Sie zu kontaktieren,
um mit Ihnen diese Angelegenheit zu klären.

Gestatten Sie mir eine persönliche Anmerkung:
Wenn ich einen Blog im world wide web betreiben würde,
würde ich es als normal empfinden, das meine
Daten nicht anonym sind. Ich würde mich sogar ein bischen
geehrt fühlen, das ich für ein Fachpublikum als relevant
und lesenswert eingestuft werde.

Aber das ist wie gesagt meine persönliche Sichtweise….

Beste Grüße,

2. Ansprechpartner

Guten Tag Herr 2. Ansprechpartner

haben Sie vielen Dank für die rasche Antwort.

Bis wann kann ich denn mit einer Auskunft rechnen?

Und…
gestatten Sie mir bitte auch eine Anmerkung:

Wenn ich mit E-Mail Adressen handeln würde, würde ich es als normal empfinden,
dem Gesetz Genüge zu tun und meinen Kunden die Sicherheit zu geben,
tatsächlich keinen Spam zu versenden.
Ausserdem würde ich, würde ich mit E-Mail Adressen handeln, Beschwerden
extrem rasch nachgehen und sie aus der Welt schaffen.
Zu guter Letzt würde ich nicht erwarten, dass die E-Mail Empfänger es als Ehre empfinden,
von mir bespammt zu werden.
Wie geschrieben, das würde ich tun, würde ich mit E-Mail Adressen handeln.
Tue ich aber nicht.

Viele Grüße
Martina Bloch

Und jetzt…freue ich mich immer noch nicht und fühle mich auch nicht geehrt.

Viel hilft viel, oder die Verkaufszahlen geben mir recht.

Martina Bloch am 17. März 2011 um 11:01 Uhr

Manchmal glaube ich, ich bin zu kritisch. Aber eben nur manchmal.

Was ist geschehen?

Ich beziehe den Newsletter eines von vielen Menschen hochgelobten Salestrainers. (Der Name tut hier nichts zur Sache.)

Jeder Newsletter ist gespickt mit Werbung für seine Seminare, seine Veranstaltungen, sein neues Buch.

Für mich interessante News suche ich, finde sie aber nicht.  Also entscheide ich, den Newsletter abzubestellen.

Das aber geht nicht, ich erhalte eine Fehlermeldung. So schicke ich eine persönliche E-Mail und bitte, aus dem Verteiler genommen zu werden.

Soweit alles ganz normal.

Dann gehts los: ich bekomme wieder eine E-Mail von ihm. Mit WERBUNG für sein neues BUCH.

Sehr innovativ aufgemacht. Wie immer eben.

Ich rufe bei ihm an, seine Mitarbeiterin ist am Telefon. Sie sagt, ja, ja, sie wissen, dass das mit dem Abmelden nicht klappt, sind da dran, und ja, ja, sie wissen, das noch E-Mails verschickt werden, ihr Dienstleister ist da nicht ganz fit.

Ich war zugegebenermaßen leicht mittelschwer vergrätzt. Habe gefragt, warum sie  den gesamten Versand nicht einfach stoppen, bis das Problem behoben ist.

Antwort O-Ton: Wir haben doch 6000 Interessenten, die warten auf unsere Newsletter.

AHA. Deshalb darf man ungestraft Spam verschicken. Und das ist dann guter Verkauf.

Ich lerne nicht aus, scheint mir.

Dem Salestrainer habe ich eine Beschwerde E-Mail geschickt, worauf hin er mich anrief und sich für die Belästigung entschuldigte.

Netter Zug von ihm.

Und dann sagte er: “ Aber die Verkaufszahlen belegen, dass wires richtig machen, mein Buch ist ganz oben auf der Bestsellerliste“

Ausserdem hätte sich ausser mir nur noch eine andere Frau beschwert.

Merke:  Es ist völlig wurscht, ob man sich gesetzeskonform verhält oder nicht, völlig wurscht, ob man spammt oder nicht, völlig wurscht, ob sich jemand beschwert. Hauptsache die Verkaufszahlen stimmen. Dann ist der Akquiseweg völlig zweit, nein drittrangig. Das Beschwerdemanagement sowieso.

Schöne neue Verkäuferwelt!

„Social Media ist keine Tupperparty“

Martina Bloch am 23. Juli 2010 um 22:40 Uhr

ist die Überschrift des  Artikel von Verena Delius, in dem sie so beginnt:

Heute schreibe ich endlich über ein Thema, welches mir schon länger unter den Nägeln brennt. Und zwar brennt es so sehr, weil ich immer wieder in unterschiedlichsten Medien und Gesprächen darüber stolpere und mir meine Meinung nun endlich von der Seele schreiben muss.

„Wie kann ich Twitter als Vertriebskanal nutzen?“
„Wie kann ich über Facebook meinen Umsatz steigern?“
„Wie kann ich die social networks als Verkaufsplattform erschließen“
„Lohnt sich social networking für Unternehmen?“

…bitte bei ihr weiterlesen.