Akquiseblog

Gute Akquise kann so einfach sein


Verfahren mit der Bahn

Geplant war eine Reise ins Rheinland, nach Bonn.
Mit Zwischenaufenthalten in Münster und Dortmund.
Der erste Zug fährt pünktlich um 6.32 Uhr am Freitag, den 13. April in Hamburg-Altona ab.
Ankunft in Münster lt. Fahrplan um 8.57 Uhr.
Es wird neun Uhr, der Zug steht vor dem Münsteraner Bahnhof, keine Erklärungen für die Fahrgäste.
Mein Handy läutet:” Frau Bloch, ich steh hier am Gleis 9, wo sind Sie?”
“Tja, ich steh hier im Zug und der vorm Bahnhof Münster, keiner weiss warum, es kann sich wohl nur um Stunden handeln, bis wir einfahren, tut mir leid.”
Da rollt der Zug wieder an, um 9.06 Uhr erreichen wir Münster HBF, Gleis 3.
Keine Erklärungen, keine Entschuldigung

Um 13.59 Uhr nehme ich einen Zug nach Dortmund, der statt um 14.33 Uhr um 14.39 Uhr ankommt, satte 6 Minuten Verspätung bei einer Gesamtfahrzeit von einer guten halben Stunde.
Keine Erklärungen, keine Entschuldigung
Meine S-Bahn war natürlich weg, die nächste fährt 20 Minuten später, ein Taxi muss her um den Termin halten zu können.

Um 17.30 dann möchte ich den Zug nach Bonn nehmen.
Der wird aber nicht kommen, ihn blockiert ein Triebwerkschaden. Es fährt ein Zug nach Köln, der fahrplantechnisch eigentlich schon weg wäre, auf Grund seiner Verspätung aber erst noch kommt.
Den soll ich nehmen, heisst es, in Köln dann umsteigen nach Bonn.
In Bonn werde ich erwartet, ich ruf schon mal an um meine Verspätung anzukündigen.
Kurz vor Köln dann eine Durchsage: Reisende nach Bonn, in Köln wartet auf Gleis 7 ein ICE auf Sie.
Aufatmen meinerseits, den schaff ich, den Zug, dann bin ich bald da.
In Köln schnell die Züge gewechselt, los gehts.
Der nächste Halt wird angekündigt, Siegburg/Bonn, interessiert mich nicht, ich will nach Bonn HBF.
Nach dem Halt wird der Zug schneller. Immer schneller. Und noch schneller.
Mir wird mulmig. Gehe zum Schaffner und frage, wann wir in Bonn ankommen.
Seine Antwort: Gar nicht. Wir fahren nach Frankfurt Flughafen. Für Bonn hätten Sie in Siegburg/Bonn aussteigen müssen.

WIE BITTE? WIIIEEEE BITTE???????????
Das kann ja wohl gar nicht wahr sein! Ich verfahre mich mit der Bahn weil mir ein Zug nach Bonn genannt wird, der nicht nach Bonn fährt.
Woher soll ich denn wissen, dass man von Siegburg mit der Strassenbahn nach Bonn fahren kann und soll?
Nun, darüber klärte mich der sehr nette Zugchef des Frankfurt-Flughafen ICE auf, und gab mir eine Freifahrkarte für den Rückweg.
Ich wollte auf den Arm, auf wessen auch immer, aber keiner war in Sicht
Meine Verabredung in Bonn war bedauerlicherweise geplatzt, ich konnte nur noch eine sms los werden, bevor der Empfang total unmöglich wurde.

In Frankfurt wechselte ich den Bahnsteig um stantepede zurückzufahren. Es kam glücklicherweise gleich ein Zug, der sportlich den Bahnhof verliess um dann entspannt vor den Toren eine Viertelstunde stehen zu bleiben.
Keine Erklärungen, keine Entschuldigung
Auch meine Hoffnung, dank 1-er Klasse Ticket vom Schaffner eine kühles Bier am Platz serviert zu bekommen wurde herbe enttäuscht, nach der Fahrscheinkontrolle ward er schlicht nicht mehr gesehen.
Nicht gut, gar nicht gut, ganz und gar nicht gut.
Ich war müde, hatte Durst und ziemlich schlechte Laune.
In Siegburg angekommen stieg ich vorsichtshalber mal aus, Köln kannte ich ja schon, da wollte ich nicht mehr hin.
Meine Schritte führten zur Strassenbahn um die halbe Stunde nach Bonn zu fahren.
Warum hat es mich eigentlich so wenig überrascht, dass eine Durchsage kam:
“Aus betriebstechnischen Gründen muss die Bahn um 22.22 Uhr leider ausfallen, wir bitten um Ihr Verständnis.”
Nein, ging nicht, ich fand keins mehr. Nirgends. Es war im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke geblieben.

Und wer jetzt denkt, gut, das wars, der irrt.
Ich musste ja am Sonntag noch nach Hause fahren.

Sonntag, 15.11 Uhr in Bonn. Die Sonne scheint, es ist warm, ein schöner Tag.
Der Zug kommt pünktlich, ich bin voller Zuversicht.
Um 17.28 Uhr soll ich in Münster ankommen, wo ich nochmal eine Pause einlegen will.
Um 17.28 Uhr klingelt mein Handy.
“Mutter, wo bist du?” ” Im Zug, wir fahren gerade durch einen Wald, Münster ist das nicht.”
Um 17.40 Uhr erreichen wir dann tatsächliche Münster.
Keine Erklärungen, keine Entschuldigung
Nach einem stärkenden guten Pizzaessen am Hafen (sehr zu empfehlen!) sollte dann um 20.59 Uhr der letzte Teil der Reise beginnen.
Mit ein wenig Vorlauf am Bahnhof angekommen sah einen Zug Richtung Hamburg-Altona einlaufen, der mit dreiviertelstündiger Verspätung Münster anfuhr.
Nichts Gutes für meinen Zug ahnend, fragte ich den Schaffner, ob ich nicht, trotz Zugbindung, schon mit diesem fahren könne.
Ein striktes Nein war die Antwort.
Nun gut.
Mein Zug wird erst mit fünf, dann mit fünfzehn Minuten Verspätung angekündigt.
20 Minuten später als geplant kommt er dann.
Gefüllt mit lachenden, singenden Werder-Fans. Feine Sache das. Das Werder gewonnen hat, nicht die Ansammlung der Fans.
Und dann ging es dahin.
Sutje putje erhöhte der Zug seine Verspätung, legte einen unplanmässigen Halt in Buchholz in der Nordheide ein, um dann mit dreiviertelstündiger Verspätung in Hamburg-Altona einzutrudeln.
Es war fünf vor zwölf!

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