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Ein Gedicht zum Börsencrash – leider doch nicht von Tucholsky

Kurt Tucholskys Wort zum Sonntag ne, doch nicht Tucholsky, wie
hier sehr schlüssig aufgeschlüsselt wird

Trotzdem ein schönes Gedicht:

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft's hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken –
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja –
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen –
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Kurt Tucholsky
(veröffentlicht 1930 in “Die Weltbühne”)

3 Kommentare zu “Ein Gedicht zum Börsencrash – leider doch nicht von Tucholsky”

Ein Anleger kommt zur Bank und möchte für 1000€ Schatzbriefe kaufen:
“Was passiert, wenn die Bank pleite macht? ”
“Dann ist immer noch die Bundesbank da.”
“Und wenn die Bundesbank pleite macht? ”
“Dann ist immer noch die Regierung da ”
“Und wenn die Regierung pleite macht? ”
“Das müßte Ihnen doch ein Tausender wert sein.”

#banker #witze

Klaus-M. Schmidt sagte am

Wie sich die Zeiten doch ändern (oder auch nicht…)

Nikolaus LENAU (08/1802 – 08/1850)

Am Grabe eines Ministers

Du fuhrst im goldnen Glückeswagen
Dahin den raschen Trott,
Von keuchenden Lüsten fortgetragen,
Und dünktest dir ein Gott!

Wie flogen des Pöbels Rabenschwärme
Dir aus dem Weg so bang,
Da sie hörten der Geißel wild Gelärme,
Der Räder Donnerklang!

Ein weinender Bettler, stand am Wege
Das arme Vaterland,
Und flehte dich an um milde Pflege
Mit aufgehobner Hand;

Doch wie auch klagte die bittre Klage,
Wie auch die Thräne rann:
Du triebst mit gellendem Geißelschlage
Vorüber dein Gespann! —

„Halt!” schlug nun eine grause Stimme
An dein entsetztes Ohr,
Es stürzt’ ein Räuber mit Hohn und Grimme,
Der Tod, vom Wald hervor,

Und hieb die Stränge mit scharfem Schwerte
Vom Wagen, riß mit Macht
Dich fort, trotz Flehen und Angstgeberde,
In feine finstre Nacht.

Das Vaterland mit Lachen und Singen
Hält Wacht an deinem Grab,
Scheucht Thränen und Seufzer und Händeringen
Fort mit dem Vettelstab!

Roland Balmer sagte am

Dieses Gedicht ist von Kurt Tucholsky. Er schrieb es unter dem Pseudonym Ignar Wrobel in der Weltbühne 1930.

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