Was ich von Verkaufstrainern lernen durfte

Martina Bloch am 17. Januar 2011 um 22:21 Uhr, 15 Kommentare

In 2010 und am Anfang diesen Jahres habe ich versucht von Verkaufstrainern zu lernen.

Dazu habe ich z.B. ein Seminar gebucht, an diversen kostenfreien Webinaren teilgenommen, tweets von Verkaufstrainern gelesen und Newsletter abonniert.

Und ich habe gelernt.

Was ich sicher vermeiden werde:

Solch einen Text zu veröffentlichen

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(Wo es doch immer heißt, man soll nicht über den Preis verkaufen!)

Einen Vortrag als Seminar zu verkaufen

Jeder Trainer sollte wissen, worin der Unterschied zwischen Vortrag, Seminar und Workshop liegt. Wenn er oder sie das nicht weiß kann er oder sie kein Experte sein.

Ein Webinar angefüllt mit Plattitüden und Selbstbeweihräucherung durchzuführen

Auch wenn etwas kostenlos ist, darf und soll es nicht schlecht sein, sondern der Trainer muß mit der von den Teilnehmern geschenkten Zeit wertschätzend umgehen.

Einen persönlichen Weihnachtsgruß zu versenden, in dem im PS Werbung für ein Buch gemacht wird.

Entweder ist eine E-Mail eine Werbeemail oder eine persönliche E-Mail. Beides zu vermischen ist aus meiner Sicht ganz schlechter Stil, weil dann der persönliche Gruß gar nicht ernst gemeint war. Wie wenig wertvoll.

Teilnehmer für ein kostenfreies Webinar dazu aufzufordern, sich um die Plätze zu „kloppen“.

Auch hier fehlt mir die Wertschätzung den Teilnehmern gegenüber. Der Trainer stellt sich über sie und behandelt sie wie Schuljungen. Ein No-Go.

Interessenten innerhalb von 14  Tagen drei Werbeemails zu senden

Man soll ja potentielle Kunden nicht so schnell vom Haken lassen, aber viel hilft nicht immer viel!

Ist doch klasse, was ich lernen konnte. Mehr davon bitte.

Und Sie? Haben Sie auch etwas von Verkaufstrainern gelernt?

NACHTRAG:

Die E-Mail von der Website zu crawlen um dann auf diese E-Mail Adresse den Newsletter zu schicken werde ich auch vermeiden.

Ich verstehe schon nicht, wie Verkaufstrainer sich selbstherrlich über Gesetze hinwegsetzen und wahrscheinlich diesen Dumfug auch noch lehren.

Den Nächsten, der mir ungefragt seinen Newsletter schickt, mahne ich ab. Jetzt habe ich es dicke.

  1. 15 Kommentare zu “Was ich von Verkaufstrainern lernen durfte”

  2. Hallo Martina,

    wie Du weißt, bin auch ich Verkaufstrainer und ich habe Deinen Beitrag mit Interesse und einem ziemlich breiten Grinsen gelesen, da ich weiß, wovon Du da sprichst. In den meisten Punkten stimme ich Dir auch zu, allerdings hätte ich mir eine Darstellung gewünscht, die weniger eindimensional ist: Es gibt unglaublich viele gute und sehr gute Verkaufstrainer, die genau das Gegenteil dessen, was Du geschrieben hast, sind: nämlich wertschätzend und kompetent.
    Ich freue mich auf einen zukünftigen Beitrag, der auch diese Aspekte betont, sonst hört es sich nach Pauschalisierung an.
    Begeisternde Grüße nach Hamburg,
    Lars Schäfer

  3. Lieber Lars, dies hier ist wirklich die Quintessenz aus meinen Versuchen etwas zu lernen.
    Ich habe sonst nichts wirklich wesentliches gelernt.
    Kann natürlich daran liegen, dass ich schon so viel weiß.
    Ich glaube, ich muß mal zu dir ins Training oder zu einem Vortrag kommen. Denn nach allem was ich bis jetzt von dir gelesen habe, gehörst du für mich tatsächlich zu den guten Trainern.
    Bei denen, von denen ich hier berichtet habe, dachte ich das übrigens auch. Sie haben aber den ersten Eindruck nicht anhaltend bestätigt.

  4. Vielen Dank für die Blumen!
    Dann buche jetzt zwei Vorträge zum Preis von 3, aber nur jetzt. Dann bekommst Du noch eine 10%ige Preiserhöhung dazu .-)).
    Ernsthaft: ja, vielleicht liegt es daran, dass Du keine Anfängering bist und die jeweiligen Zielgruppen nicht mit Deinem Wissen übereinstimmen. Das ist der Grund, warum man es sich als Trainer mehrfach überlegen sollte, ein offenes Seminar durchzuführen. Zumindest müsste die Zielgruppe dann explizit definiert sein, sonst geht es daneben.
    Einen schönen Tg noch,
    Lars

  5. Moin Martina

    Herrlich, schmunzel…
    Mir scheint, Du hast alles erwähnt, da bleibt mir nur, Danke zu schreiben, dafür dass Du dich „geopfert“ hast.
    Ich könnte jetzt zur Verteidigung meiner Berufskollegen anmerken, dass wir in unserer Ausbildung (zumindest beim BDVT) unter anderem lernen, dass wir als Trainer über allen stehen… ich habe aber für mich schon innerhalb der Ausbildung entschieden, dass mir der wertschätzende, respektvolle Umgang auf Augenhöhe mit meinen Teilnehmern viel mehr Spaß macht, als das andere Getue. Diese Entscheidung kann jeder andere Trainer für sich ja auch treffen, damit erübrigt sich die Verteidigung derer die anders entschieden haben ;o}

  6. Verkäufer sagt:

    Hmm… Warum…

    Soll verkaufen über den Preis falsch sein? Die gesamte Einzelhandels- und Nahrungsmittelbranche arbeitet so. Außerdem: wenn jemand Sammelbestellungen annimmt – also z.B. wer bis Sonntag bestellt – der hat geringere Kosten im Handling. Warum soll das nicht weiter gegeben werden?

    Zur Definition von Vortrag versus Seminar haben Sie sicherlich eine Quelle? Im Duden ist „vortragen“ und „unterrichten“ jedenfalls ein Synonym.

    Was Sie vergessen haben zu erwähnen: Sie haben auch gelernt, dass man über andere herzieht, nur um sich zu profilieren. Das können Sie gut. Wenig fundiert, dafür pointiert, nicht wahr?

  7. tz,tz,tz, anonym posten, ist das der neue Verkaufsstil? Aber sei es drum, ich lass es mal stehen. Interessant, welchen Knopf ich bei Ihnen gedrückt habe. Sind Sie Verkaufstrainer?

  8. Verkäufer sagt:

    1. zum Thema „Verkaufsstil“ – was konkret wollte ich in meinem Post verkaufen?

    2. Nach diesem Blogartikel, in dem Sie einfach viele Themen über einen Kamm scheren – ich sag nur Preisverkauf – finde ich die Diskussion „Stil“ sollte wohl woanders geführt werden.

    3. Der Schritt auf die Metaebene ist ja nett, heißt das, vom Inhalt her war’s das schon?

  9. Mit Herrn oder Frau Anonymus diskutiere ich grundsätzlich nicht. Wer nicht zu dem steht was er oder sie hier schreibt ist auch kein Diskussionspartner.

  10. Verkäufer sagt:

    Verstehe. Sie sind also bereit, dem anderen etwas zu unterstellen, nicht aber sich mit dem anderen auseinander zu setzen? Auch eine Einstellung.

  11. Ich lach mich schlapp. Nicht sagen wer man ist aber den Larry machen. :)))

  12. Liebe Frau Bloch, vielen Dank für Ihre nachvollziehbaren Eindrücke. Es laufen einfach zu viele „Verkäufer“ durch die Welt. In diesem Sinne, weiterhin ein glückliches Leben!

  13. Hallo Martina,
    ich hoffe das wertschätzende „du“ ist für dich in Ordnung, auch wenn wir uns noch nicht persönlich kennen. Ich finde deinen Beitrag sehr gelungen. Ich selbst gebe Vertriebscoachings und möchte nur sagen, dass ich fast keinerlei direkte Akquise betreibe. Warum? Ich habe sehr lange Zeit für amerikanische Konzerne gearbeite und war demzufolge sehr viel in den USA. Dort habe ich sehr schnell gelernt das Verkaufen Beziehungsmanagement bedeutet. In dies funktioniert nur auf wenn sich beide Parteien wertschätzend zueinander Verhalten. Es ist ein geben und nehmen! Und als Verkäufer sollte ich immer dafür sorgen das mein Guthaben auf meinem Beziehungskonto (welchen mein Partner (ich rede nicht von Kunden, da ich immer eine Partnerschaft eingehe) immer gut gefüllt ist. In Deutschland jedoch steht sehr häufig die Sache und der Prozess in Vordergrund. Folgender Satz hat mich aus meiner Vergangenheit sehr geprägt: Wir machen Geschäfte unter Menschen und nicht unter Maschinen und Prozessen!

    Ich habe auch dies ein Stückweit in deinem Artikel herauslesen können.

    liebe Grüße

    Attila

  14. Guten Morgen Attila,
    wenn ich so wertschätzend gefragt werde, ist das du für mich völlig ok.
    Mir gefällt sehr, dass du genau darauf Wert legst. Denn ich sehe, wie wenig Kunden hier in Deutschland wertgeschätzt werden. Nur deshalb konnte ich obige Beispiele überhaupt sammeln. Der einzelne Kunde zählt nichts, es geht nur um die Summe und den Gewinn. Und manchmal auch nur darum, das Gegenüber schnell über den Tisch zu ziehen und abzukassieren.

  15. Heiko Stein sagt:

    Sehr geehrte Frau Bloch,

    da haben Sie aber in Ihrer Auswahl wirklich Pech gehabt – wenn es denn so ist, wie es sich liest: Dass Sie außer Negativ-Beispielen kaum etwas (gar nichts?) gelernt haben. Ich hoffe, die veranstaltenden Trainer haben ein entsprechend offenes Feedback von Ihnen erhalten und können ihr eigenes Verhalten und ihre Vorgehensweise hinterfragen und ggfl. ändern (wenn diese denn offen dafür sind).

    Wenn Sie 2011 auch Positives von Verkaufstrainern lernen wollen: Fragen Sie Ihre Geschäftspartner und Kunden, welche Trainer die Ihnen empfehlen können. Dann fragen Sie die Trainer, welches Training empfehlenswert für Sie ist. Und vielleicht stellt sich dabei heraus, dass Sie gar keinen Trainingsbedarf haben. Und der Trainer, der Ihnen das auch so sagt, auf den können Sie bauen … ;o)

    Viele Grüße

    Heiko Stein

    PS: Alles, was ich geschrieben habe, gilt natürlich für Trainerinnen gleichermaßen.

  16. Guten Tag Herr Stein,
    ein schönes Foto haben Sie auf Ihrer website, sehr symphatisch 🙂 Ich habe nicht gesagt, dass ich nichts positives gelernt habe, habe nur mal als erstes das erwähnt, was mir besonders aufgefallen ist 🙂 Die erwähnten Trainer haben nicht um ein feedback gebeten, also haben sie auch keins erhalten. Wer fragt schon, ob der Newsletter gut ist? Wer will wissen, ob seine Preispolitik ankommt? Meiner Erfahrung nach die wenigsten. Dabei wachsen wir alle nur an Kritik.
    Vielleicht habe ich tatsächlich keinen Trainingsbedarf. Heißt das dann dass ich nichts lernen kann? Ich denke: nein. Ich kann immer etwas lernen. Und wenn es nur das ist, was zu vermeiden ist. Wie oben beschrieben.

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