Wir haben hier 200 000 Datensätze…

Martina Bloch am 16. März 2011 um 09:23 Uhr, 6 Kommentare

gerade wurde ich telefonisch akquiriert.
Von einem Unternehmen, dass Betriebsräte trainiert.

Das hat mich überrascht, ist aus meinem Impressum doch ersichtlich, dass ich eine Ein-Personengesellschaft führe,
was es sehr unwahrscheinlich macht, dass es hier einen Betriebsrat gibt.

Ich habe die Dame gefragt, ob sie sich meine Webseite angesehen habe.
Das verneinte sie. Meinte, sie hätten hier über 200 000 Datensätze, da könnten sie nicht auf jede Webseite gehen.

aber jeden anzurufen, das schaffen sie 🙂
Ich meine ja, je besser die Vorarbeiten sind, je genauer ich meine Zielgruppe identifiziert und erfasst habe,
um so erfolgreicher die Aktion zur Neukundengewinnung, um so leichter wird die Akquise.

Liege ich damit falsch?
Ist es viel besser, im Gießkannenprinzip durch die Lande zu telefonieren?

Was meinen Sie?

  1. 6 Kommentare zu “Wir haben hier 200 000 Datensätze…”

  2. Das beauftragende Unternehmen sagt sich scheinbar: Lieber ist die Erfolgsquote geringer, als die Arbeit, Mühe und Kosten zu investieren, um potenzielle Kandidaten aus einem 200.000er Datensatzpool auszusuchen.

    Ich bin gerade selbst dabei, aus zahlreichen Adressen mögliche Kunden zu identifizieren, bevor ich sie anschreibe und das dauert schon seine Zeit. Da wäre der Kaltanruf bedeutend schneller erledigt, aber auch mit viel mehr Frust für mich. Außerdem ist es mir natürlich so besser möglich, auf den Gesprächspartner einzugehen, wenn ich mir vorher die Homepage angeschaut habe und schon einen ersten Eindruck habe, von dem was er macht.

  3. Auf keinem Fall ist es besser, ‚einfach mal so‘ anzurufen, weil man eine Telefonnummer hat. Kunden wollen Lösungen und die (wenigstens gefühlt) individuell.
    Ich finde es unglaublich, immer wieder zu hören, dass die großen, riesigen Firmen so unsensibel und unprofessionell Akquise betreiben. Das Problem der KMUs ist ja wohl eher ein mentales …

  4. Tine sagt:

    und aus dem Grund bin ich als Kunde in der Zwischenzeit so genervt über all diese Anrufe. Ich merke, wie ich keinen mehr ausreden lasse und nur frage: WAS wollen Sie mir verkaufen?

  5. Alb sagt:

    Definitiv muss man seine Zielgruppe haben. Blind drauflos zu telefonieren ist in meinen Augen zum Fenster hinausgeworfene Zeit, die produktiver mit Schlafen hätte gefüllt werden können.

    Wichtig ist einfach, dass man seine Zielgruppe so eng wie möglich eingrenzt. max 300 Datensätze (diese dafür mit hohem Potential), mehr sollten es für eine Aktion nicht sein. Kommt aber vielleicht auch immer auf die einzelne Kampagne an. 200.000 Datensätze…da wird mir gleich ganz schwarz vor Augen.

  6. Agnes Hümbs sagt:

    Hier ist es nicht das Kleinvieh, das Mist macht, sondern die Masse.
    Streng genommen brauche ich das mutmaßliche Einverständnis des Geschäftskunden, wenn ich ihn anrufe (vom Privatkunden brauche ich das ausdrückliche). Dieser Paragraph aus dem Gesetz gegen Unlauteren Wettbewerb soll die Kunden vor Genervtheit schützen. Er hilft aber auch den Verkäufern. Denn in einer gereizten Stimmung kauft niemand etwas. Also ist man viel erfolgreicher, wenn man Kunden individuell und konkret anspricht. Kontakte baut man auf, wenn man nicht gleich vom ersten Gespräch Umsatz erwartet. Und dann kann man auch noch Wert auf Kundenbindung legen, das schaffen Call Center in der Regel auch nicht.

  7. Hallo Frau Hümbs,
    jetzt war ich voller Neugier auf Ihrer Website und…
    Sie haben kein Impressum. Oder ist es nur so tief versteckt?

Schreiben Sie einen Kommentar


Die Informationen zur Datenverarbeitung habe ich gelesen