Funkstille

Martina Bloch am 4. August 2013 um 16:33 Uhr, 4 Kommentare

Funkstille

Ich weiss nicht, ob es Ihnen auch schon geschehen ist.

Da steht man im Dialog mit einem potentiellen Kunden, es sieht gut aus,
mündlich oder per E-Mail wurde schon eine Zusage erteilt, Tenor:
Liebe Frau Bloch…,
es soll nur noch in einem weiteren
Gespräch um Details und dann den Vertrag gehen und plötzlich ist

 

Funkstille!

Es wird nicht wie zugesagt angerufen.
Auf E-Mails wird nicht geantwortet.
Anrufe landen immer auf der mailbox.
Nachfragen via Netzwerke laufen ins Leere.

Kein Kontakt ist mehr möglich.
Nichts. Nada. Ne rien. Nothing.

Ich stehe bei solchen Vorfällen, die mir Gott sei Dank
bis jetzt nur wenige Male aber immerhin eben doch zustießen
immer völlig konsterniert vor der Situation.
Weil ich sie absolut nicht verstehe,
nicht nachvollziehen kann, was geschehen ist und
keine Lösung dafür finde, ausser es so hinzunehmen.
Viel lieber wäre mir, es käme eine Nachricht mit einer
Absage und am liebsten noch mit einer Begründung dafür.
Daraus könnte ich wenigstens versuchen zu lernen.

Kennen Sie das?
Was tun Sie dann?

  1. 4 Kommentare zu “Funkstille”

  2. Kerstin Boll sagt:

    Hallo Martina,

    einmal ist mir das auch schon passiert: Die Interessentin hatte eine umfangreiche Neugestaltung Ihrer Website angefragt. Ich hatte Kooperationspartner herbei getrommelt, ein längeres Angebot geschrieben, etc. pp.

    Ich hatte mir also sichtbar viel Arbeit gemacht – und plötzlich brach das Gespräch ab. Es gab kein „Nein“, kein „Dankeschön“, nichts.

    Zweimal habe ich noch nachtelefoniert und gemailt und es dann gelassen. Ich finde, in einem Beratungsprojekt muss die Augenhöhe gewahrt sein. Wer so wenig Stil in der Kommunikation zeigt, für den möchte ich irgendwann auch nicht mehr arbeiten.

    Schade um die Zeit. Nun ja, in der Kundengewinnung wird nicht jeder Schuss zum Treffer.

  3. Klaus-M. Schmidt sagt:

    Abhaken – solange der Auftrag nicht im Hause ist, ist er abgesagt, speziell, wenn Nachhaken nicht funktioniert – fertig.

    Man kann in den seltensten Fällen daraus lernen, gerade wenn die Zusage so gut wie gegeben war.

    Obwohl scheinbar identisch das Kundenproblem im Mittelpunkt steht, ist für uns als Anbieter unsere Beauftragung wichtig.
    Für die Gegenseite ist es das weitere Vorgehen.

    Nicht nur, dass bei Überangebot eh keine Zeit für höflichen Umgang mehr ist, aktives Umsetzen „Nein“ zu sagen hat eine psychologische Hemmschwelle. Ein „Nein“ noch begründen zu müssen (besonders wenn notgedrungen und entgegen Bauchgefühl) ist schwer. Den Effekt nutzen andersrum Konsumartikel – erst mal (an)probieren lassen – völlig unverbindlich. Wenn Sie da erst klar „nein danke“ zur Verkäuferin sagen müssten und nicht einfach gehen könnten …

    Und in größeren Organisationen, wie sollte die pro gestimmte Management-Einheit reagieren, die meist alles vorher haarklein abgestimmt hat, wenn ein übergeordnetes Management plötzlich und unerwartet anders entscheidet?

    Auf Grund der EDV-Systeme ist die Personalausstattung nur auf reines Tagesgeschäft abgestimmt, damit werden solche Themen wie „Absagen“ obsolet.

  4. Heiko Stein sagt:

    Hallo Martina,

    solche Fälle kenne ich – und dafür habe ich für mich eine ultima ratio gefunden, die per Mail auf dem Weg ist …

  5. Ich ärgere mich kurz, wundere mich und hake es dann ab. Auf jeden Fall lässt so ein Vorgehen tief blicken … insbesondere dann, wenn es sich um ein Unternehmen handelt, dass auf Social Media besonders cool und social auftritt. Aber kaum blickt man hinter die Fassade …

    Für mich selbst wäre so ein Vorgehen undenkbar. Es hat nämlich mit Anstand, Umgangsformen und Wertschätzung zu tun. Altmodische Tugenden, die mir wichtig sind.

    Herzlichen Gruß
    Huberta Weigl

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