Warum das Hamburger Abendblatt mich nicht als Leserin will….

Martina Bloch am 19. Oktober 2014 um 16:58 Uhr, 5 Kommentare

Sackgasse

 

 

Seit mehr als 30 Jahren lesen wir
das Hamburger Abendblatt.
Im Abonnement.
Bis vor drei Wochen.
Da wurde es einfach nicht mehr geliefert,
der morgendliche Gang zum Briefkasten
endete mit einer Enttäuschung.

Keine Zeitung zum Frühstück!

Das ist fast so schlimm,
wie kein Kaffee zum Frühstück.

 

 

Also, schnell beim Leserservice angerufen.
„Wir haben keine Zeitung bekommen“
„Ja, stimmt. Die Lieferung wurde eingestellt.“
„Wie, eingestellt? Einfach so?“
„Das kann ich hier jetzt auch nicht sehen. Rufen Sie doch bitte später nochmal an.“

Hm. Nicht schön, keine richtige Auskunft bekommen zu haben.

Interne Diskussion.

Haben wir eine Rechnung nicht bezahlt?
Kann nicht sein.
Kannst du nochmal kucken?
Klar, habe ich schon, ich hab keine unbezahlten Rechnungen auf dem Schreibtisch.
Aha. Ich ruf da nochmal an.
Mach das. Ich will das Abendblatt lesen.
Ich auch!

Internes Rätselraten.

Erneuter Anruf einen Tag später beim Leserservice 40 / 33 39 40 11.
„Können Sie mir sagen, warum wir unsere Zeitung nicht mehr bekommen?“
„Aber ja. Da ist eine Rechnung offen. Das liegt schon beim Inkassobüro.
Da können wir gar nichts mehr machen.“
Ohhh, doch eine Rechnung offen, da gibt es internen Klärungsbedarf.
Der fand statt. Mit der Klärung,dass hier keine Rechnung angekommen war.

Neuer Anruf beim Leserservice:

„Wir schulden Ihnen wohl Geld, nur ist die Rechnung nie bei uns angekommen.
Es gab da Anfang des Jahres eine Adressänderung, die ist wohl nicht gespeichert
worden. Was machen wir jetzt?“
„Kein Problem. Ich sage der Buchhaltung Bescheid. Die rufen Sie an und klären
es mit Ihnen. Unter welcher Nummer erreichen sie Sie?“
„Unter………Wird das noch heute sein?“
„Ja, sicher.“

Internes Aufatmen. Jetzt wird alles gut.

Der Tag vergeht. Kein Anruf der Buchhaltung.
Der nächste Tag vergeht. Ein, ach Quatsch, kein Anruf der Buchhaltung.

FRÜHSTÜCKSZEITUNGSENTZUG!

Am nächsten Tag erneuter Anruf beim Leserservice.
Schilderung der Lage bis jetzt.
„Kein Wunder, dass Sie nicht angerufen wurden. Wir haben ja keine
Rufnummer von Ihnen vermerkt.“

WAS?????

Internes OOOOOHHHHHHMMMMMMMen.

„Ich geben Ihnen nochmal meine Büronummer, bitte, wann wird das
jetzt geklärt? Wir wollen und wir können die Rechnung bezahlen, wir
müssen sie nur haben!“
„Ganz sicher noch heute. Ich leite das gleich weiter.“
„Oh ja, bitte, tun Sie das.“

Intern: Hoffnung keimt auf.

Der Tag vergeht. Was denken Sie?
Na klar. Kein Anruf.
Dann ist Wochenende.

 

Überall lese ich: den Printmedien geht es schlecht.
Allen Zeitungen fehlen Abonnenten.
Alle Zeitungen feilen an Kundenbindungsprogrammen, werben ohne Ende
um Neukunden und kümmern sich um die Akquise.

Nur das Hamburger Abendblatt hat offensichtlich wegen Reichtums geschlossen.

Es will mich nicht mehr als Abonnenten.
Das nach 30-jähriger Treue von meiner Seite.

Meine  unbeendete Frage aus der Überschrift:

Warum das Hamburger Abendblatt mich nicht als Leserin will….

kann ich weiterführen:

…….weiß ich nicht!

Und was mache ich jetzt?

  1. 5 Kommentare zu “Warum das Hamburger Abendblatt mich nicht als Leserin will….”

  2. Ein Tagesbeginn ohne lokale Tageszeitung ist wirklich fade. Wir haben mal vier Monate abbestellt – in den Abo-Bedingungen hieß es: Zustellung bis 6:00 – wichtig, weil wir um 6:15 aus dem Haus gingen. Doch der Verlag hat „gespart“: denn im Arbeitsvertrag des Boten stand bis 7:00.
    Der Entzug war furchtbar, kein Morgen mehr!
    Ihre Frage „was mache ich jetzt“ – könnte die Ausstellung einer Einzugsberechtigung für den Verlag beantworten?

  3. Das Gejammer der Verlage geht mir schon lange auf den Keks, jammern, jammern, jammern, aber Strukturen wie beim Kaiser. Manche müssen offenbar erst untergehen, bevor der Schuss gehört wird. Die Diskussion zum Leistungsschutzrecht findet auf einem ähnlichen Jammer-Level statt.
    So weiß man auch, warum man von Todholz-Produkten spricht, wobei Tod der eintscheidende Wortanteil ist.

  4. […] schrieb gestern schon über meinen Versuch, das Hamburger Abendblatt wieder zu beziehen…. … heute kommt die […]

  5. […] Sonntag und gestern beschrieb ich hier, wie es nicht geschafft habe, wieder Abonnentin beim Hamburger Abendblatt zu werden. […]

  6. Norbert Wolff sagt:

    Auch ich habe ein Abendblatt Abo seit vielen Jahren, aber das spielt im Vertrieb keine Rolle. Man bekommt ja eine Rabattkarte je nach Abozeit zugesandt und damit reicht es an Kundenservice. Seit mehreren Tagen bekomme ich das Blatt nicht mehr, jeder tägliche Anruf wird beantwortet mit; sie bekommen eine Gutschrift für den Tag. Aber die Zusteller bekommen keinen Hinweis bzw reagieren nicht. Als man noch die Zusteller anrufen konnte klappte alles besser. Aber das ist ja nicht mehr gewollt. Das Management beim Abendblatt funktioniert nicht mehr.

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