Pop Ups – Kundenbringer oder Kundenvergrätzer?

Martina Bloch am 26. April 2015 um 09:30 Uhr, 11 Kommentare
So ein Pop Up nimmt dann gern die ganze Breite des Bildschirms ein

So ein Pop Up nimmt dann gern die ganze Breite des Bildschirms ein

Ich bin mir sicher, dass Sie Pop Up Fenster kennen. Mittlerweile nutzen viele Blogger und Websitenbetreiber Pop Up Fenster, um ihre Leser dazu zu bewegen, den Newsletter zu bestellen.
Wohl weil sie glauben, oder erfahren haben, dass die Leser sich sonst nicht oder zu wenig  in den Newsletterverteiler eintragen.

 

Ich sage es direkt: mich stören solche Pop Ups.
Weil sie mich entmündigen.
Mir unterstellen, ich könnte nicht selbst entscheiden, wessen Newsletter ich wann lesen will und wessen nicht.
Weil sie mich bedrängen.
Weil sie mir wieder und wieder vor die Nase knallen, es mir nicht gestatten, einen Blogartikel, den ich lesen will, für den der Blogschreiber also eindeutig mein Interesse geweckt hat, in Ruhe fertig zu lesen, sondern mich aus meiner Konzentration holen und mir damit die Lust am Weiterlesen schon vergällen.

Wenn ich meine Cookies nicht lösche, wird mir sogar auf den Blogs, deren Newsletter ich abonniert habe, das Pop Up vor die Nase geknallt. Ganz großartig furchtbar.

Insgesamt fühle ich mich sehr belästigt.
Lese viele Blogs, die mich grundsätzlich interessieren, deshalb nicht mehr.
Ob das der Blogschreiber so will?
Oder nimmt er es nur billigend in Kauf ?

Eine Bloggerin, deren Artikel ich sehr schätze, die jedoch ein lästiges Pop Up bereithält, bei der ich mich darüber beschwerte, meinte, sie wisse, dass es manche nervt, doch ihr E-Mail Verteiler füllt sich dadurch so viel besser.

Also gut. Andere abonnieren also den Newsletter, wenn ein Pop Up sie dazu auffordert, das habe ich verstanden.

Und dann? Ist das erfolgreiche Akquise? Werden sie auch Kunden? Werden sie zu Empfehlern?
Ich weiß das natürlich nicht, schreibe keinen Newsletter und habe auf meinem Blog kein Pop Up installiert.
Es interessiert mich jedoch sehr.
Deshalb meine Frage an die Blogger die Pop Ups nutzen um dadurch mehr Menschen ihn ihren E-Mail Verteiler zu locken:

Habt ihr evaluiert, was euch diese E-Mail Adressen nutzen, was sie z.B. in Euro gebracht haben?
Es müssen selbstverständlich keine Summen dargelegt werden, Prozentzahlen finde ich hilfreich.

Also z.B. so:
X % der Leser, die sich ganz allein zum Newsletter angemeldet haben, sind Kunde geworden, haben aktiv empfohlen,sind für x % des Umsatzes verantwortlich.
Y% der Leser, die sich über ein Pop Up in den Verteiler eingetragen haben, sind Kunde geworden, haben aktiv empfohlen, sind für y % des Umsatzes verantwortlich.
Falls ihr solche Zahlen leider nicht nenen könnt, wie belegt ihr dann, dass ein Pop Up wirklich eine sinnvolle Sache ist?

Ich freue mich auf Antworten um dazulernen zu können.
Vielen Dank deshalb schon an alle, die antworten.

  1. 11 Kommentare zu “Pop Ups – Kundenbringer oder Kundenvergrätzer?”

  2. Ute sagt:

    Vielen Dank für diesen Post. Mich nerven diese Pop-Ups auch ziemlich, insbesondere dann, wenn ich mich in den ersten drei Sekunden irgendwo eintragen soll.

    In einem der letzten I-Love-Marketing-Podcasts (Folge 198) hat ein Direktmarketing-Experte mal eine ähnlich ketzerische Frage gestellt: Wie hoch wäre die Konversion bei Leuten, die sich nach dem Lesen eines Artikels in einem Newsletter eintragen würden vs. demjenigen, der sich aufgrund eines Pop-Ups anmeldet? Er meinte, die meisten Marketer würden das nie unterscheiden, was vermutlich stimmt, und dadurch würden sie viel Potenzial verschenken.

  3. Silke Bicker sagt:

    Hallo Frau Bloch,

    mich nerven diese Pop-ups so sehr, dass ich die meisten Artikel gar nicht mehr lese, wenn eines in den ersten Sekunden aufpoppt. Und habe mich von einigen Blogs daher verabschiedet.
    Ein Marketingprofi beantwortete mir die Frage einmal so: „Das ist wie mit den „Challenges“, die es seit einiger Zeit gibt, früher waren es einfach Kurse heute sind es Challenges. Irgendwann ist der Begriff out. So stelle ich es mir auch mit den leidigen Pop-ups vor.“ Weiß leider nicht mehr, wer mir das mitteilte.

    Grüße
    Silke Bicker

  4. Wenn mich ein Thema wirklich sehr interessiert, gebe ich dem betreffenden Blog noch eine Chance und klicke das Pop-up einfach weg. Regelmäßig wiederkommen werde ich dann aber eher nicht.

    Dagegen habe ich eine Bekannte, die diese Pop-ups scheinbar wirklich mag, sie seien kleine Überraschungen, und so auch schon einen Haufen Newsletter bestellt hat.

    Viel schlimmer finde ich Pop-ups, die mich fragen, ob ich eine Seite wirklich verlassen will.

  5. Ruth sagt:

    Liebe Martina,

    danke, dass Du das Them aufgegriffen hast. Mich stören die meisten Pop-ups auch. Ich klicke sie sofort weg, weil Sie mich daran hindern, dorthin zu kommen, wo ich hin will. Das nervt, kostet Zeit und bringt mich in eine Negativ-Haltung. Wenn es das ist, was die Werber wollen, haben sie ihr Ziel erreicht.
    Viele Grüße
    Ruth

  6. Marco Zehe sagt:

    Hallo Martina!

    Vorweg, ich bin nicht genau die Zielgruppe, die Du mit Deinem Blogbeitrag ansprichst, aber eben auch Blogger und aktiver Blogleser. Solche Popups nerven mich extrem. Und wie Dir vergellen sie mir die Lust am Weiterlesen oder daran, das Blog nochmals zu besuchen. Ich habe über ein Blog auch noch nie einen Newsletter abonniert, zumindest nicht freiwillig. Dass ich kommentiert habe und meine E-Mail-Adresse dann ohne meine Zustimmung in einem Newsletter gelandet ist, ist hingegen schon vorgekommen. Ganz schlechter Stil!

    Wenn ich Blogs abonnieren will, mache ich das über den RSS-Feed, oder indem ich derjenigen Person auf Twitter oder Facebook folge, weil sie vielleicht auch sonst noch interessante Dinge schreibt, die mich interessieren. Ich selbst biete auf meinem Blog bzw meinen Blogs auch keine Newsletterfunktion an und bin in 10 Jahren Blogaktivität auch noch nie danach gefragt worden, ob ich einen solchen einrichten könnte. Das, was ich mit Newslettern generell am meisten mache, ist, sie abzubestellen, weil ich unfreiwillig auf ihnen gelandet bin. 😉

    Schöne Grüße
    Marco

  7. Liebe Martina,

    mein Pop-up habe ich erst ein paar Monate, sodass ich konkrete Zahlen schuldig bleibe.

    Wichtig war mir – nach anfänglichen, großen Schwierigkeiten bei der Installation/Programmierung -, dass mein Pop-up erst erscheint, wenn der Leser Richtung „Ausgang“ (=rechts oben, weißes Kreuz auf rotem Grund) geht, damit dessen Lesefluss und Stöbern in meinem Blog nicht gestört wird.

    Da ich zeitgleich mit dem Einrichten des Pop-up meine Online-Aktivitäten (z. B. Kommentare auf Blogs, Teilnahme an Kursen, Beantworten von Fragen über Social Media) und damit meine Sichtbarkeit gesteigert habe, kann ich schwer abschätzen, ob das Einrichten des Pop-Ups der Grund für das „Mehr“ an Abonnenten war oder mein Verhalten in der „virtuellen Öffentlichkeit“.

    Ich merke, dass mein Newsletter (monatlich veröffentlicht, seit gut einem Jahr) – nach einer inhaltlichen Straffung seit Januar 15 – anders wahrgenommen wird. Teils gibt es eine kurze E-Mail-Korrespondenz zum Inhalt des Newsletters, einmal wurde er in Facebook in einer geschlossenen Gruppe empfohlen und mein letzter April-Newsletter im Nachgang über Twitter.

    Dies sind zu viele Änderungen in zu kurzer Zeit in meinem System, dass ich ehemalige Marktforscherin daraus bereits konkrete Zahlen errechnen oder gar diese auf das Pop-up (!) und nicht das E-Mail-Marketing zurückführen möchte. Kann man überhaupt die Conversion „Pop-up – E-Mail – Auftrag“ programmieren/berechnen?

    Persönlich nerven mich andere Pop-ups, wenn sie bei jedem Besuch auf einer Seite nach zwei Sekunden auftauchen und dies immer wieder. Aus Newslettern trage ich mich aus, wenn ich unerwünscht einen zugeschickt bekomme oder das Gleiche im Newsletter und im Blog zu lesen ist. Da ich viele Blogs über RSS-Feed lese, trage ich mich nur in wenige Newsletter ein.

    Jedoch bin ich manchem Pop-up auch dankbar mich daran zu erinnern, dass ich mich als Abonnent eintrage. Und zwar, wenn…. :
    1. Die Website ist gut, hat aber keinen RSS-Feed. An die guten, neue Inhalte komme ich nur über E-Mail.
    2. Die Website ist so gut, dass ich neue Artikel sofort per E-Mail erhalten möchte und nicht über den RSS-Reader, den ich meist nur einmal pro Woche sichte.

    Außerdem habe ich selbst schon Unternehmer weiterempfohlen, die ich über Newsletter (keine Ahnung, ob ich mich über ein Pop-up bei denen anmeldete) kennengelernt habe. Wichtig ist mir bei einer solchen Empfehlung natürlich darauf hinzuweisen, ob ich mit dem Empfohlenen selbst schon gearbeitet habe oder nur den Newsletter kenne.

    Kurz: Ich liebe und hasse die Pop-ups. Und je nach Zielgruppe, Business-Modell, Unternehmensziel und Qualität der Newsletterinhalte werden die eingesetzten Pop-ups in einen konkreten Auftrag münden.

    Lieben Gruß,
    Manuela

  8. Bin „nur“ Blog-leser. Mich stören solche Pop-Ups furchtbar – genau wie Werbung, die ähnlich platziert wird: sie stört mich dabei, mir das anzuschauen, was ich will. Die beworbenen Artikel kommen auf meine „interne Blcklist“ – und da man da auch oft newsletter abonnieren soll – genau wie bei blogs 🙂 sehr sehr gerne, den bei e-mail geht der gleich in Spam und ob da 100 mehr oder weniger drin sind, ist mir egal.
    Ein Blogger muss mich mit seinem Inhalt „ködern“ – dann komme ich immer wieder, weil ich es will. Wenn mir das jemand aufdrängt. Wenn ich da sogar evtl. ja sage, obwohl es mir NICHT gefällt hat sowohl der Blogger wie gegebenenfalls auch ich nichts davon!
    Also liebe Blogger und Werbetreibende – wenn 1 Mio Frösche lautquaken, muss man zwangsweise vll 20 küssen – aber nicht, weil man will…. und die 20 dürfen nichts darauf geben.

  9. Hallo Frau Seubert,
    leider klappt das mit dem Popup-Layer auf Ihrer Seite überhaupt nicht so, wie Sie es sich wünschen. Es passiert genau das Gegenteil. Ich rufe bsw. Ihre Seite in einem neuen Tab auf und sobald sich der Mauszeiger ins Fenster bewegt, erscheint der Layer.
    Gelinde gesagt, äußerst ‚unharmonisch‘, um den Begriff von dort aufzunehmen, man kann nicht einmal die Navigation erreichen.
    Bei Bedarf kann ich Ihnen das gerne als kleines Filmchen mailen. Es ist wirklich abschreckend.

    Beste Grüße
    S. Maschmann

  10. Hallo Herr Maschmann,

    welch ein Glück, dass ich hier über mein Pop-up geschrieben habe. Anscheinend erleben Sie etwas anderes als ich und meine ersten Tester, nachdem die oben beschriebene Programmierung fertig war. Das ist für mich und natürlich meine jetzigen Website-Besucher unharmonisch und gar nicht lustig.

    Ich freue mich sehr, wenn Sie mir Ihr Demo-Filmchen schicken: info@seubert-pr.de.
    Vielen Dank für Ihre Mühe!!!

    Ihre Manuela Seubert

  11. Kleines Update:

    Dank Herrn Maschmann konnte ich die fehlerhafte Prozedur meines Pop-ups identifizieren.
    Doch leider ist dieser Fehler nicht schnell und einfach umzuprogrammieren. Daher habe ich heute kurzerhand bis auf Weiteres mein Pop-up deaktiviert.

    Danke, Martina, für diese Diskussion. Vor allem, „Danke“ an Herrn Maschmann für die Zeit, mir ein Filmchen zu drehen und zu telefonieren!

  12. Hallo Frau Block,

    ein gutes Thema, das Sie da angeschnitten haben. Zum einen, ich finde diese Pop-up extrem lästig, zudem sich nicht alle leicht schließen lassen (auch bei online-Zeitungen).

    Vor allem die Frage ist berechtigt: ergeben sich bei so einem Newsletter-Abonennten auch wirklich Geschäftsbeziehungen?
    Oder landen die Newsletter früher oder später im Spam, weil das Abbestellen schon zu lästig ist?

    Bei einem Blog zu Gerichtsurteilen habe ich einen Newsletter bestellt, weil ich da Gerichtsurteile schnell nach Relevanz überfliegen kann. Dennoch werde ich jedes Mal wieder gefragt.

    Übrigens habe ich festgestellt, dass in meinem Umfeld das Interesse an Newslettern ausgesprochen gering ist. Es wird sicher auch nicht steigen, wenn man mit dem Holzhammer (=Pop-up) drauf gestoßen wird, sondern eher erreichen, was hier die meisten beschrieben haben: Rückzug.

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