10minMe: Mein schlimmster geschäftlicher Verlust

Martina Bloch am 11. Juli 2018 um 07:57 Uhr, 0 Kommentare

Maren hat mich gefragt, worin ich in meiner Selbständigkeit einmal gescheitert bin.
Gescheitert bin ich mit der erfolgreichen Gründung einer Limited, einer UG und einer GbR.
Doch dazu wann anders mehr.

Gescheitert bin ich auch an dem Versuch, einen mir sehr, sehr, also sehr liebgewonnen Kunden zu halten.
Vom Anfang an:

Eine PR Frau, mit der ich mich, auf Vermittlung meines Steuerberaters, mal auf einen Schnack getroffen hatte, rief mich an. Sie hatte von einem befreundeten Designer ein Fax weitergeleitet bekommen, in dem ein finnisches Designhaus Hilfe bei der Akquise deutscher Kunden suchte.
Die PR Frau fand sich dafür nicht geignet, erinnerte sich aber an unser Treffen und suchte den Kontakt.
Das Fax wanderte zu mir und ich schrieb eine E-Mail.

So begann meine ganz und gar wunderbare Zeit mit Marja Kurki .
Drei Jahre lang beackerte ich mit meiner finnischen Kollegin Mimma den deutschen Markt, mit dem Ziel, die Unternehmen mit Tüchern und Krawatten aus Seide mit Corporate Design auszustatten.
Es gelang gut. Große Firmen wie Vitakraft, der TÜV Nord, International Farbenwerke, um nur einige zu nennen, wurden Kunden.

Ich flog zu Kick-Off Meetings nach Helsinki, fing an Finnisch zu lernen.
Minä olen Martina, minä olen Hamburgilainen, mittä kuluu?
ist davon noch im Kopf.

Mimma und ich fuhren gemeinsam zu den von mir akquirierten Terminen in Norddeutschland. Sie wurde mir eine Freundin.
Später dann fuhr ich allein durch Norddeutschland, bis auf eine kleine Aussnahme die einzige Aussendienstzeit meiner Selbständigkeit.
Ich habe es geliebt!

Dann kriselte es in der Fa. Die Umsätze folgten nicht den Plänen und Erwartungen. Eine Vertriebsleiterin wurde eingestellt. Sie meinte, mir meinen Job erklären zu müssen. #seufz Die Stimmung kippte. Die Geschäftsleitung auch. Eine Frau kam an die Spitze. Und ich merkte: es ändert sich was.
Ich fing an, mir Sorgen zu machen, die Sorgen verfolgten mich in den Schlaf.

Weil ich finde, dass Kunden in meinem Schlafzimmer nichts zu suchen haben, buchte ich eine systemische Aufstellung der Situation.
Das Ergebnis war, wie ich es innerlich schon wusste.
Die neue Geschäftsführerin wollte nicht mit Deutschen arbeiten, nur mit Finnen.
Und obwohl ich mich sehr anstrengte, auch erfolgreich war, wurde die Zusammenarbeit gekündigt.

——– ich war so traurig——

Völlig abgesehen davon, dass mir ein großer Kunde weggebrochen war, hatte ich einen echten, tollen Wunschkunden verloren.
So war zumindest mein Gefühl. Dass er schon länger gar nicht mehr ein Wunschkunde war, wurde mir nur langsam klar.
Tätsächlich habe ich mehr als ein halbes Jahr gebraucht, um diesen Verlust zu verschmerzen.
Noch heute denke ich sehr, sehr, sehr gern an die schöne Zeit mit Marja Kurki, besonders aber mit Mimma zurück.
Es bleibt die Erkenntnis:
Wäre ich nicht selbständig geworden, hätte ich das nie erleben können.
DAS wäre ein viel größerer Verlust gewesen 🙂

 

Diesen Post habe ich nicht in 10 Minuten geschrieben, ich habe 18 Minuten gebraucht.
Sei es drum.
Frage beantwortet, Maren?
Die Firma Marja Kurki bietet heute keine Tücher und Krawatten mit Corporate Design mehr an.
Hat dazu auch keine Referenzen mehr online.
Ich kann aber sagen: Die Designs waren spitzenmäßig und besonders!

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