Akquiseblog

Gute Akquise kann so einfach sein


R.I.P. Feedback – du wirst nicht mehr geliebt

Was bedeutet das Wort Feedback?

Feedback (engl. für ‚Rückmeldung, Rückinformation‘) bezeichnet in der Kommunikation von Menschen die Rückübermittlung von Informationen durch den Empfänger einer Nachricht an den Sender jener Nachricht. Diese Informationen melden dem Sender, was der Empfänger wahrgenommen bzw. verstanden hat, und ermöglichen dem Sender durch etwaige Korrektur des Verhaltens auf die Rückmeldungen des Empfängers zu reagieren. Dies kann in mündlicher wie in schriftlicher Form übermittelt werden.”

Sagt Wikipedia.

Ich sehe seit ca. 5 Jahren dem schleichenden Tod des Feedbacks zu.

Falsch! Ich sehe dem schleichenden Tod nur eines Teils des Feedbacks zu.

Was verstehen wir denn überhaupt unter Feedback?

ChatGPT hat mir auf meine Nachfrage diese 5 Feedback-Formen als Grundlagen des Feedbacks vorgeschlagen:

  1. Das positive Feedback
  2. Das negative Feedback
  3. Das konstruktive Feedback
  4. Das Sandwich-Feedback

Positives Feedback wird geliebt.


Wir alle mögen es, wenn unsere Ideen gesehen werden, unsere Gedanken gelobt werden, unsere Aktionen durch die Decke gehen.
Positives Feedback ist wunderbar. Lob läuft wie Öl den Rücken runter, wir fühlen uns pudelwohl.

Negatives Feedback = Kritik = wird gehasst

So sehr Lob geliebt wird, so sehr wird Kritik gehasst.
Bloß nicht kritisieren. Nichts schlecht reden. Keine Verbesserungsvorschläge bringen.
Schon gar nicht ungefragt! Auch nicht in der Sandwichmethode, also verpackt zwischen zwei Lobscheiben.
Konstruktiver Inhalt hilft bei negativem Feedback nicht. Es ist dann immer noch NEGATIV!

Weil das so ist, wird schon gar nicht mehr wirklich nach Feedback gefragt.
Sondern wir sollen am Ende einer Challenge, am Ende eines Testworkshops erzählen, was uns gefallen hat.
Nicht, was wir doof fanden, was uns gefehlt hat, was uns genervt, gestört, verstört, verletzt hat.

Diese Vorgehensweise habe ich besonders im letzten Jahr erlebt.
Nur einmal wurde ich explizit nach richtigem Feedback gefragt, dezidiert wurde gefragt, was besser sein könnte. Das war eine absolute Ausnahme.

Nur an Kritik kann ich wachsen

Ich selbst frage immer nach allen Arten des Feedbacks.
Natürlich mag ich Lob, wie alle Menschen, sehr gern. Sehr, sehr gern.
Doch ich kann nur durch kritisches Feedback besser werden. Ich kann am besten durch konstruktives Feedback kundenorientierter werden, die Bedürfnisse meiner Kunden besser bedienen, noch mehr auf den Punkt kommen.

Aus diesen Gründen mag ich Kritik, auch wenn sie im ersten Schritt immer wehtut.
Ist wie bei dem Nein 🙂
Der Schmerz sensibilisiert mich aber, genauer hinzusehen, mir mehr Gedanken zu machen, intensiver nach weiteren Lösungen zu suchen. Alles das hilft mir bei meiner Weiterentwicklung.

Offensichtlich gehöre ich zu einer aussterbenden Rasse.

Seit Herbst 2022 habe ich mir angewöhnt, auch wenn öffentlich nach Feedback gefragt wird, erstmal nachzufragen, welche Art von Feedback denn gewünscht wird. Zu oft habe ich mich in die Nesseln gesetzt, weil ich die Frage ernst nahm, jedoch nur nach Beifall gesucht wurde.

Ich finde, es ist schrecklich, dass alles nur noch rosa-rot getüncht werden soll. Alles nur super und grandios sein darf, nichts Ecken, Kanten, Fehler, Löcher haben darf.

R.I.P. Feedback, du fehlst mir jetzt schon auf allen Kanälen.

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Deine Schwestern finden das Kleid aber sehr schön!

So ein schönes KleidKennen Sie solche oder ähnliche Geschichten?:

Meine Mutter hatte sich ein neues Kleid gekauft, zog es an und fragte mich:

Wie findest du das?

Ich daraufhin:

Na, ja, die Farbe steht dir nicht so toll, finde ich.
Und ein wenig
kurz ist es.

Prompt kam von meiner Mutter sehr, sehr energisch:
Deine Schwestern finden das Kleid aber alle sehr schön.

 

 

 

Warum erzähle ich das hier?
Weil es um das Thema Feedback geht.
Angeregt dazu hat mich Nicole Gugger mit ihrem sehr lesenswerten Beitrag:
Plädoyer für eine neue Feedback-Kultur

Meine Geschichte hier beleuchtet das Thema:
Wird wirklich nach Feedback gefragt?
Wie wird mit dem Feedback umgegangen?
Wie kann ich herausfinden, welche Antwort gehört werden will?

Meine Mutter wollte natürlich überhaupt nicht hören, dass mir das neue Kleid
nicht sonderlich gefällt. Sie wollte Lob für ihren guten Geschmack.
Begeisterung darüber, dass ihr das Kleid so supergut steht.
Annerkennung eben.
Keine Kritik.
Auf gar keinen Fall Kritik.
Weil die aber trotzdem kam, wurde die:
“Anderen gefällts aber” Karte gezogen
und prompt ausgespielt.
Was am Ende zur Aussage führt: Du hast eh vom Thema keine Ahnung,
ich hab dich nur aus Höflichkeit Nettigkeit  was-weiß-ich-denn Gründen gefragt,
meine Entscheidung/mein Kauf/mein Workshop war super, ist doch wohl klar!

So wird immer wieder scheinbar nach Feedback gefragt und an uns
ist es zu erkennen, was hinter der Frage wirklich steht, welche Antwort wohl erwartet wird.

Weil ich selbst das nur nach Gefühl entscheide und dadurch mit meinen Antworten
schon in tiefen Fettnäpfchen gelandet bin, meine Frage an die Fachleute:
Mit welchen Fragen kann man herausfinden, worum es am Ende wirklich geht?

 

 

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