Nicht mehr arbeitsfähig! Und nun?

Martina Bloch am 6. Mai 2013 um 10:39 Uhr

 

In diesem Jahr habe ich es endlich geschafft, mehr bei den Digital Media Women Hamburg präsent zu sein, was mir  letztes Jahr so wenig gelang.
Promt wurde ich da von Carolin Neumann gefragt, ob ich nicht auch bei den DMWHH meinen Vortrag zum Thema:

Nicht mehr arbeitsfähig! Und nun?

halten könnte. Und wie ich konnte, ist es mir doch ein inneres Anliegen meine Erfahrung so weiterzugeben, dass möglichst viele Unternehmer und Unternehmerinnen rechtzeitig Vorsorge betreiben, um im Fall einer langwierigen Erkrankung nicht insolvent zu gehen.
Und damit meine ich nicht nur Versicherungen, wie meine Auflistung weiter unten zeigt.

So eine Erkrankung kann ein an sich fast banaler Fahrradunfall, Treppensturz sein, bis hin zu schweren und langwierigen Erkrankungen wie einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall, einer Krebserkrankung.
Der Möglichkeiten krank zu werden sind unzählige :(, die Möglichkeiten gute Vorsorge zu treiben sind gar nicht
so viele, aber lest selbst:

 

Was du heute kannst besorgen…

Das Wichtigste vorweg: Schiebt diese Dinge nicht auf, fangt spätestens morgen damit an!

Organisatorisch, jetzt:

Ämter

  • Generalvollmacht im Bundesregister (bedarf eines Notars)
  • Postvollmacht ausstellen

Banken

  • Bankvollmacht für Partner/Mitarbeiter (mit Bank klären, dass diese Vollmacht gilt)

Versicherungen

  • Krankentagegeldversicherung abschließen (zusätzlich zur Absicherung z.B. via Künstlersozialkasse)
  • Dread Disease Versicherung prüfen
  • Praxisausfallversicherung prüfen (nicht nur für Ärzte möglich, aber wohl Altersgrenze bis 50 Jahre)
  • Berufsunfähigkeitsversicherung

Im Büro

  • Ordner so beschriften, dass ein Ersatz sich zurechtfindet
  • Alle (!) Passwörter für Anwendungen/Netzwerke/Online-Banking an Vertrauensperson geben (alternativ einen speziellen Nachlass-Dienst nutzen oder die Passwort-Liste in einer verschlüsselten Cloud, z.B. bei Wuala, ablegen und das dafür notwendige Passwort z.B. in einem Umschlag weitergeben)
  • aktive Kundenliste erstellen
  • gute Projektordnung auf dem Rechner erstellen
  • Screenshot des Windows Explorer (Analog Organisator beim Mac) erstellen, damit die Systematik der Ordner von einem Aussenstehenden erkannt werden kann
  • Liste wiederkehrender Zahlungen für das Unternehmen inkl. Fälligkeiten erstellen, Kredite nicht vergessen
  • Offene Rechnungen an einem gut sichtbaren Platz sammeln
  • Daten in der Cloud sichern
  • Zugang zur Cloud weiterreichen

Privat

  • Patientenverfügung
  • Testament
  • Liste wiederkehrender Zahlungen für den Privatbereich inkl. Fälligkeiten erstellen, Kredite nicht vergessen
  • Vermögenswerte auflisten (Aktien, Barvermögen, Immobilien, Beteiligungen, Bilder, Silber, Schmuck etc. nicht vergessen)
  • Zugänge ermöglichen (Tresor, Bankschließfach etc.)

Absicherung von Familie und Vermögen klären

  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Zusatzversicherungen klären
  • Auch klären: Wie haben die (erwachsenen) Kinder vorgesorgt?
  • Die Nummern derjenigen, die im Notfall angerufen werden sollen, im Handy mit ICE (In Case of Emergency) oder IN (Im Notfall) versehen. Dann wissen Fremde sofort, wen sie informieren sollen.
  • Freundschaftskette für den Notfall aufbauen, inkl. Telefonliste
  • Beerdigung klären (Wo, wie, Kirche ja/nein, etc.)

Organisatorisch, bei Krankheitsbeginn

  • Finanzamt informieren → Steuervorauszahlungen senken
  • Krankenkasse informieren
  • Krankentagegeld beantragen
  • evtl. Unterstützung für die Versorgung minderjähriger Kinder beantragen
  • Haushaltshilfe beantragen

Menschlich vor einer Erkrankung und bei Beginn:

  • Mitarbeiter einstellen/als Freie ans Unternehmen binden
  • Netzwerk aufbauen
  • Verlässliche Partner finden
  • Wie kommuniziere ich das Thema bei meinen Kunden?

Inhaltlich vor einer Erkrankung

  • Klären, welcher Mitarbeiter was kann, Wissen weiterleiten
  • Klären, wer welche Aufgaben übernimmt

Zu guter Letzt:
LEBT im Hier und JETZT!
Erkennt, was gut ist. Heute, jetzt. Damit ihr nie bereut, euch nicht gefreut zu haben, wenn es Grund zur Freude gab.

Und bitte, bleibt gesund!

Fröhliche Ostergrüße?????

Martina Bloch am 29. März 2013 um 18:13 Uhr

Ein blendes Beispiel, warum manche Grüße so völlig nutzlos und kontraproduktiv sind. Mal abgesehen davon, dass ich Ostergrüsse vor Ostersonntag sowieso völlig unpassend finde, denn erst Ostersonntag ist Ostern! Vorher ist Karfreitag und Karsamstag.
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Sehr geehrte Frau Bloch,
Ein gemeinsames Geschäftsjahr geht zu Ende. Wir möchten uns für ein weiteres Jahr
vertrauensvoller Partnerschaft ganz herzlich bei Ihnen bedanken und Hoffnung auf
unsere weiterhin fruchtbare Zusammenarbeit aussprechen.
In freudiger Erwartung auf das kommende Jahr wünschen wir Ihnen und Ihren
Mitarbeitern eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit, einen guten Jahreswechsel
und alles Gute für Ihre Vorhaben im neuen Jahr!
Mit weihnachtlichen Grüßen,
Vxxxxxx Sxxxxx Geschäftsleiter
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Genau solche E-Mails entstehen, wenn man eben nicht genau kuckt, mit wem man zusammengerabeitet hat,
wozu man gerade gratulieren oder grüssen will und für wen das relevant ist.
Es ginge mit ein wenig Nachdenken und einer besseren Datenbank doch soviel besser!!!!