Viel hilft viel, oder die Verkaufszahlen geben mir recht.

Martina Bloch am 17. März 2011 um 11:01 Uhr

Manchmal glaube ich, ich bin zu kritisch. Aber eben nur manchmal.

Was ist geschehen?

Ich beziehe den Newsletter eines von vielen Menschen hochgelobten Salestrainers. (Der Name tut hier nichts zur Sache.)

Jeder Newsletter ist gespickt mit Werbung für seine Seminare, seine Veranstaltungen, sein neues Buch.

Für mich interessante News suche ich, finde sie aber nicht.  Also entscheide ich, den Newsletter abzubestellen.

Das aber geht nicht, ich erhalte eine Fehlermeldung. So schicke ich eine persönliche E-Mail und bitte, aus dem Verteiler genommen zu werden.

Soweit alles ganz normal.

Dann gehts los: ich bekomme wieder eine E-Mail von ihm. Mit WERBUNG für sein neues BUCH.

Sehr innovativ aufgemacht. Wie immer eben.

Ich rufe bei ihm an, seine Mitarbeiterin ist am Telefon. Sie sagt, ja, ja, sie wissen, dass das mit dem Abmelden nicht klappt, sind da dran, und ja, ja, sie wissen, das noch E-Mails verschickt werden, ihr Dienstleister ist da nicht ganz fit.

Ich war zugegebenermaßen leicht mittelschwer vergrätzt. Habe gefragt, warum sie  den gesamten Versand nicht einfach stoppen, bis das Problem behoben ist.

Antwort O-Ton: Wir haben doch 6000 Interessenten, die warten auf unsere Newsletter.

AHA. Deshalb darf man ungestraft Spam verschicken. Und das ist dann guter Verkauf.

Ich lerne nicht aus, scheint mir.

Dem Salestrainer habe ich eine Beschwerde E-Mail geschickt, worauf hin er mich anrief und sich für die Belästigung entschuldigte.

Netter Zug von ihm.

Und dann sagte er: “ Aber die Verkaufszahlen belegen, dass wires richtig machen, mein Buch ist ganz oben auf der Bestsellerliste“

Ausserdem hätte sich ausser mir nur noch eine andere Frau beschwert.

Merke:  Es ist völlig wurscht, ob man sich gesetzeskonform verhält oder nicht, völlig wurscht, ob man spammt oder nicht, völlig wurscht, ob sich jemand beschwert. Hauptsache die Verkaufszahlen stimmen. Dann ist der Akquiseweg völlig zweit, nein drittrangig. Das Beschwerdemanagement sowieso.

Schöne neue Verkäuferwelt!

Mit neun Regeln zur erfolgreichen Betreffzeile

Martina Bloch am 16. August 2010 um 08:51 Uhr

Über pimp-my-sales bin ich beim Mittelstand Direkt auf diese interessante Auflistung gestossen:

1. Kurz und prägnant
Fassen Sie in der Betreffzeile die wichtigste Information der E-Mail kurz und prägnant zusammen. So erkennen Ihre Leser schnell, worum es im eigentlichen Text geht.

2. 50 Zeichen
Je kürzer die Betreffzeile, desto besser wirkt sie. Eine Faustregel: maximal 50 Zeichen für den Betreff.

3. Schlüsselwörter nach vorn
Die wichtigsten Wörter sollten möglichst weit vorn stehen. Verschieben Sie die Wörter in der Betreffzeile so lange, bis Sie Ihr Ziel erreicht haben.

4. Konkret schlägt abstrakt
Vermeiden Sie Aussagen wie “sensationelle Angebote”. Schreiben Sie stattdessen konkret, warum welche Angebote sensationell sind.

5. Regeln brechen
Riskieren Sie einmal einen unerwarteten Betreff. Denn wer sich immer an die Regeln hält, kann die Leser schnell langweilen.

6. Betreffzeile testen
Testen Sie mehrere Betreffzeilen vor dem Hauptversand. Versenden Sie dazu die geplante Überschrift an zunächst zehn Prozent der Empfänger, den Alternativtext an weitere zehn Prozent.

Wenn dieser besser ankommt, versenden Sie diesen auch an die restlichen 80 Prozent der Empfänger. Sie erkennen an der Öffnungsrate, ob eine Betreffzeile erfolgreich ist.

7. Persönliche Ansprache
Verwenden Sie Namen in der Betreffzeile – aber nicht zu häufig. Ansonsten könnte die Wirkung verblassen. Außerdem sollten Sie den Namen nur dann verwenden, wenn es zur E-Mail passt.

8. Segmente bilden
Für eine persönliche Ansprache gibt es mehrere Tricks: Sprechen Sie Frauen zum Beispiel anders an als Männer.

Oder verwenden Sie für süddeutsche Empfänger einen anderen Betreff als für Norddeutsche.

9. Erwartungen erfüllen
Wecken Sie im Betreff keine Erwartungen, die sich nicht in der E-Mail erfüllen. Andernfalls schaden Sie Ihrem guten Ruf als interessanter Absender.

Ich experimentiere für meine Kunden schon lange mit Betreffzeilen und E-Mail Texten und finde es sehr, sehr schwierig, festzumachen, was wirklich erfolgreich ist. Wer also noch Ideen oder Anregungen dazu hat, die nehme ich gerne!